Breadhunter's News

Free Webinars und eBooks - wenn der Content Coaching & Social Media killt

September 21, 2021 Thomas Zahlten - The BREADHUNTER Season 3 Episode 4
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Free Webinars und eBooks - wenn der Content Coaching & Social Media killt
Show Notes Transcript

„Wie Sie in 3 Monaten bis zu 500% mehr Umsatz machen, zeige ich Ihnen in dem Free Webinar, aber ich schenke Ihnen auch noch das Free-EBook of Careers and Sales obendrauf, wenn Sie jetzt anrufen!“ , so oder ähnlicher Unfug, der ja eigentlich in den USA vor 15 Jahren aufkam (oder früher via TV Werbung) und womit sicher einige Sales Gurus, (die Top 2%) Ihre Stadien voll bekommen haben, lesen wir nun seit über 5 Jahren täglich auf Instagram, LinkedIn, Facebook, usw. , ja wir werden täglich angebrüllt in unseren Streams von diesem bescheuerten Content und immer der gleichen Masche uns etwas verkaufen zu wollen....

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„Wie Sie in 3 Monaten bis zu 500% mehr Umsatz machen, zeige ich Ihnen in dem Free Webinar, aber ich schenke Ihnen auch noch das Free-EBook of Careers and Sales obendrauf, wenn Sie jetzt anrufen!“ , so oder ähnlicher Unfug, der ja eigentlich in den USA vor 15 Jahren aufkam (oder früher via TV Werbung) und womit sicher einige Sales Gurus, (die Top 2%) Ihre Stadien voll bekommen haben, lesen wir nun seit über 5 Jahren täglich auf Instagram, LinkedIn, Facebook, usw. , ja wir werden täglich angebrüllt in unseren Streams von diesem bescheuerten Content und immer der gleichen Masche uns etwas verkaufen zu wollen.

Das ist das Schicksal vieler, kreativer Ideen, die mal anfangs cool waren und dann schnell generisch werden, wenn die unkreative Masse diese einfach übernimmt und meint sie könnte mit der kopierten Idee auch Geld machen.

Das mag bei den ersten 100 oder 1000 Kunden noch funktionieren, danach wird es nur noch langweilig oder für Alzheimer Patienten spannend.

Wir werden zu generischen Contentmaschinen auf Social Media erzogen und ich werde selten wirklich noch von coolen Ideen überrascht.

Die Social Media Content Spirale dreht sich schneller und viele von uns sind nur noch damit beschäftigt Content zu produzieren, anstatt 90% der Zeit wirklich zu arbeiten. Ohne Feedbackschleife wird das dann richtig sinnlos und die Delinquenten merken nicht mal, dass sie eigentlich nur Produzieren und immer nach vorne schauen, aber gar keinen Umsatz machen oder wirklich an Projekten arbeiten. Wir werden dazu konditioniert nur die Tools zu benutzen, die andere für uns entworfen haben, die wir bezahlen, aber die ausser Likes und Content, eigentlich kein oder nur wenig Geld einbringen.

Die echten Businesszirkel sind längst abgewandert und haben Ihre eigenen, geheimen Plattformen - Hivebrite - machts möglich ;-), nun tummelt sich nur noch die Schafherde, die sich gegenseitig Masterclasses, Free Webinars und free eBooks anbietet. Diese sind sogar gar nicht so schlecht per Video Umgesetzt. Man sieht junge, schöne Menschen, teure Autos, Bubis mit Anzügen, die zwar etwas wie Sparkassenvertreter aus Bottrop aussehen, aber im Private-Jet oder am Weg zur Arbeit im Benz von einer Drone von oben gefilmt, den erfolgreichen Business Man spielen, der den kleinen Geschäftsleuten die Gewinnmaximierung verkauft. Das sind die Staubsaugervertreter von heute, damals Vorwerk, heute Social Media und Influencer Marketing mit unserem Tool Set und eBook für den Frisör von nebenan.

Das Geschäftsmodell sagt, lieber 1.000 Kleinunternehmern wie Frisör, Florist, Metzger oder Nagelstudio jeweils 2.000 € abknöpfen, als einen Konzern für 50.000 € beraten, wozu man natürlich die Kontakte und mehr Fachwissen braucht. Ob damit wirklich Nachhaltigkeit und ein Mehrwert für diese Kleinunternehmer durch das Coaching von Binsenweisheiten geschaffen wird, sei dahingestellt.

Gedutzt werde ich auch dauernd, obwohl ich eigentlich darauf keinen Bock habe, ich bin ja nicht in der Hippo Kommune in Goa und Freunde sind wir auch noch keine, aber Mia und Finn scheint das wenig zu stören, wenn ich mir so die eMails anschaue, die sie via Ihre smarte LinkedIn Integration an 8.000 Leute geschickt haben

Zu etwas anderem nun. Ja, sogar Coaches werden nun gecoacht, wie Sie 10.000 $ pro Woche machen können, mit der Sales Booster Methode, die 9.999 $ einmalig kostet, Free eBook inbegriffen, sowie 5 Zoom Calls, in denen Dein Potenzial entfaltet wird, damit Du es schaffen kannst, 10.000 $ pro Woche, oder sogar Tag zu generieren.

Doch wie funktioniert denn nun Sales?

Do it the Oldschool-Way, durch Vertrauen und Beziehungen, sowie durch Befriedigung eines Nutzens oder Problemlösung beim Kunden. Gerade in Zeiten von Social Media, ist weniger wieder mehr. 

Durch Intelligente Postings kann man durchaus gute Kunden auf sich aufmerksam machen, aber diese Postings zu erstellen macht viel Arbeit, denn man muss erstmal unterscheiden können was generischer Content ist oder ob eine Thematik ein ‚Alter Hut‘ ist, den ich selber nur nicht mitbekommen habe, oder ob es wirklich Innovativ und NEU ist, was ich da von mir gebe. Dazu muss man wiederum Up-to-date sein, Zeitungen, Blogs und Bücher lesen, Freunde haben, die einem Neuigkeiten berichten usw. .

Generischen Mist herauszubrüllen ist dagegen einfach und mittlerweile sind wir daran gewöhnt, weil es keine Redaktion im Social Media gibt. Das Ergebnis: Wir verblöden langsam aus Bequemlichkeit und bewegen uns im eigenen Dummheits-Saft ohne es zu merken.

Das Problem in der heutigen Gesellschaft ist folgendes: Zuhören und wirklich lernen wollen die wenigsten, selber reden, selbst wenn man nicht viel zu sagen hat, ist da schon besser oder eben kurz Lernen um dann wieder reden zu können. Wieso sonst gibt es Apps, die einem den Inhalt von Büchern auf 3 Seiten zusammenfassen? Wo bleibt das Lesevergnügen? Die Muse? Die Zeit sich 1- Wochen mit einem Buch zu befassen?

Also besser nur 1-2 Seiten lesen, um dann schnell wieder posten zu können, anstatt 389 Seiten zu lesen, darüber nachdenken, dann nochmal 2-3 andere Bücher zum Thema lesen und dann erst etwas Posten oder Schreiben, sind nicht mehr an der Tagesordnung.

Ich kenne viel Coaches seit einigen Jahren, die zwar gute Lehrer sind, aber schlechte Verkäufer. Sie machen meistens nicht mehr wie 20 oder 30 k € Umsatz pro Jahr, sind Privatiers oder verheiratet, ja was früher die Modeboutique für die Ehefrau zum Zeitvertrieb war, ist heute das Coaching-Studio oder Influencer Marketing.

Es ist traurig aber Wahr, der Coaching Beruf ist nicht für jeden, auch wenn Ihn viele gerne ausüben wollen, so sind 90% doch ungeeignet, aber wählen diesen Beruf deswegen gerne, weil es wenig bis keine Qualifikation dafür braucht. Ok, mal ein 3 monatiges Seminar oder eine 1 jährige berufsbegleitende Ausbildung zum Business Coach und dann?

Mit Mitte 40 nochmal Jura oder Medizin studieren? Das wird dann wohl eher nix, da man ja auch Praxisjahre braucht und wieso dann nicht gleich Life Coach werden, weil gelebt hat man ja bis dahin schon 45 Jahre und was erlebt, also man kann sicher zu vielem seinen Senf dazugeben. Das mag nicht falsch sein und mancher mag wirklich genug Erfahrung haben, aber es müßen eben Persönlichkeiten sein, nicht Lieschen Müller, der man eingeredet hat, sie kann das, weil Sie 3 Seminare für 1.000 € gebucht hat.

Wenn mich Hunter S. Thompson, Gunter Sachs, Mr. Hefner, Oscar Wilde oder Brigitte Bardot coachen, dann lasse ich mir eine gewisse Lebenserfahrung ja noch einreden, aber bei Hans-Joachim Müller-Schulte aus Hannover oder Gitti Aschenbrenner aus Amping wird es schon schwieriger.

Es gibt zu viele NORMALOS, die in geistige Berufe drängen, weil eine Redaktion Ihrer Postings fehlt und man alles ohne Konsequenzen nachplappern kann. Noch vor 25 Jahren wurde man für Dummes Geschwätz ausgelacht, weswegen man sich zweimal überlegte, was man sagt, heute sind die, die andere deswegen auslachen, die Hater, und es starten Shitstorms gegen die Bewahrer von Qualität und Hirnschmalz.

Dadurch entsteht massenweise langweiliger, generischer Content von Tipgebern, die eigentlich gar nicht unterrichten dürften, der uns dann via LinkedIn und Instagram täglich um die Ohren fliegt. Den Machern der Plattformen ist der Inhalt sowieso Wurscht, es zählt die Interaktion und die User Gewinnung. Natürlich filtert KI etwas bzw. Passt vermutlich die Streams der generischen Einheitsmeinung an, damit kreativer Content die breite masse gar nicht auf dumme Ideen bringt.

Vielleicht sollte es auch wieder mehr Handwerk und nicht geistige Berufe geben, anstatt eine Coaching Schwemme zu produzieren. Wer hat eigentlich den Leuten eingeredet, dass man nur als Tippgeber toll und interessant ist? Hat der Like Button uns so verblödet, dass wir Binsenweisheiten als echte Denkarbeit und sinnvollen Content erachten?

Diejenigen, die einen gewissen Intellekt haben, organisieren sich schon selber durch Bücher, Filme und die richtigen Business Kontakte und die, die das nicht haben, die finden das produzieren von Postings besser, als wirklich zu studieren und 20 Bücher zu 1 Thema zu lesen, was den Horizont erweitern würde. Ja, da reicht es 1 Artikel über 1 Thema zu lesen und dann 20 Postings als Experte zu verfassen, die jedoch keinen Mehrwert bringen.

In den 90ern wollte jeder Berater werden und viele wurden es auch bei Accenture, Roland Berger, AT Kearney, usw., jetzt wird man Coach oder Influencer mit 70% weniger Aufwand und ohne viele Lernstunden, selbst wenn Life-Long-Learning in aller Munde und IN ist. Warum ist as so?

Weil die Qualitätskontrolle / Redaktion durch Social Media weggefallen ist.

Die Folge, wir müssen mehr im Hirn sortieren. Das nervt uns Intellektuelle, deswegen steigen wir aus, die anderen merken es nicht und konsumieren Mist, der sie nicht weiterbildet, sondern nur kurzzeitig unterhält.

Beides führt glaube ich langfristig zu Langeweile und Lethargie. Bei den Intellektuellen, wie bei der generischen Masse.

Vielleicht sollte der Coaching & Influencer Beruf generell reguliert werden, so wie Medizin und Jura reguliert sind durch einen Numerus Clausus. Wohingegen ich Mediziner davon befreien würde, denn von denen können wir die nächsten Jahre nicht genug haben, wenn weitere Pandemien drohen.

Wer schützt uns Bürger eigentlich vor dummen Nachrichten und sinnlosem Content? Wer schützt die nachkommenden Generationen davor, nicht gelernt zu haben, was kluge Inhalte und Geschichten sind und was dummes Geschwätz ist? Früher ware es die Familie, das Bürgertum, die Intellektuellen. Man wurde da hineingeboren und hatte Zugang zu guten Inhalten oder wurde darauf Konditioniert nur etwas zu sagen, wenn es durchdacht und klug war, mit Fakten belegbar.

Wenn ich mir die vielen, inhaltslosen Postings so anschaue, möchte ich meinen 90% der Verfasser kommen aus Bildungsfernen Schichten, selbst wenn 50% dieser doch das Abitur haben oder sogar studiert.

Im Innersten glaube ich merkt zumindest jeder etwas gebildete Mensch, wann er Bullshit postet und wann er wirklich zu einem Thema etwas sagt, wovon er Ahnung hat, das einen Mehrwert bietet und nicht nur Clickbefriedigung.  

Wir sollten mehr auf unser Bauchgefühl hören, und denken bevor wir reden und posten.

Ich wundere mich oft wie infantil viele Inhalte auf LinkedIn geworden sind, die von Führungskräften und Managern verfasst wurden, oder wurden die alle von der 20 jährigen Azubine geschrieben, die den Social Media Account des CXO betreut und deswegen so naiv sind?

Viele Fragen, die sich da auftun, wenn man etwas darüber nachdenkt und eine Lösung habe ich noch nicht, auch wenn ich glaube, dass sich immer mehr spannende Persönlichkeiten von Social Media & LinkedIn verabschieden und irgendwo vielleicht neu formieren werden, bis dann dieses neue auch irgendwann wider generisch wird. 

Vermutlich ist so der auf der Dinge. Wenn die Masse den Trend entdeckt hat, sind die Trendsetter längst weitergezogen. Das war schon immer so und hat sich noch nicht geändert.

Eine Lösung für die vielen Coaches da draußen habe ich auch nicht, aber bitte bedient Euch nicht der Marketing Methoden der letzten 20 Jahre, denn damit vergrault Ihr Eure Kunden erst recht. Vielleicht ist das Coaching ja auch bereits am Sterben ode längst Tod, da wir Coaching resistent geworden sind. 

In Zeiten via Internet und Wikipedia reicht es eben nicht mehr aus nur Intellektuell zu sein oder ein Lehrer, wie noch vor 20 Jahren ohne Internet. Wissen war mal Macht, heute liegt die Macht bei denen, die das Wissen oder Meinungen transportieren können und wir sind alle davon abhängig.

Spannend wäre eine Welt wieder ohne Internet und was sich daraus dann entwickeln würde.